Englischsprachige Literatur

Bailey Sarah

Die Namen der Toten

penguin/Random House, München 2018

Galbraith3

Der englische Titel dieses Krimis “All the Lost Ones” ist wesentlich aussagekräftiger als der deutsche und vermittelt gleich, mit welcher empathischen Wucht die britische Autorin Sarah Bailey, studierte Kriminologin und Psychologin, an ihren ersten Krimi herangeht.

Ihr Protagonist Detective Vega schleppt, wie es sich gehört einen großen Rucksack Vergangenheit mit sich herum, war Militärpfarrer in Nordirland, ehe er zur Polizei ging und leidet immer noch an einem länger zurückliegenden Fall, der wieder aufgerollt wird, als ein zweites jugendliches Opfer unter vergleichbaren Umständen gefunden wird. Außerdem hat er ein Verhältnis mit seiner verheirateten Vorgesetzten, die von ihm schwanger ist, wie es sich halt in ordentlichen Ermittlerkreisen, zumindest in der Krimiliteratur, gehört. Zudem schmückt sie die Handlung mit butalen Grausamkeiten aus, immer ein Zeichen, dass der Autor seiner Handlung nicht traut.

Also ein recht unappetitliches Gemisch, hinreichend verwickelt, bis zur schwerfälligen Auflösung. Sie packt von sexuellem Missbrauch über Clankriminalität und Menschenschmuggel mehr als reichlich in ihren Roman. Die Übersetzung von Stefan Lux ist vermutlich dem O-Ton angemessen.