Weite_Welt

Dankowtsewa Anna

Ein Haus am Meer

Diogenes, Zürich 2004

Ernestam2

Dies ist ein nettes kleines Buch, eine Art Sommergeschichte, verspielt, eigentümlich herzlos.

 Die russische Schriftstellerin Marina erbt ein altes Herrenhaus am Meer in Bulgarien. Sie reist mit ihren beiden Kindern und zwei Freundinnen voller Erwartung dorthin, nur um festzustellen, dass es sich um eine verfallene Bruchbude handelt, allerdings mit einer Traumterrasse hoch über der Felsküste. Sie findet im Hof eine illegale Ausgrabungsstätte vor und verjagt das Archäologenteam.  Die Frauen richten sich notdürftig ein, unterstützt von dem getreuen Anwalt Georgij, der sich gleich mit Marinas Freundin Vera zusammentut. Der vergrätzte Archäologe Danail wendet sich in seinem Zorn an einen russischen Mafioso, damit er die Frauen vertreibt. Als dieser aber zu rüden Erpressermethoden greift, bekommt Danail ein schlechtes Gewissen und versucht, die Frauen zu schützen.

Marina hat sich längst in ihn verliebt und so werden sie auch ein Paar. Danail vermutet in den Felsgängen unter dem Anwesen ein thrakischen Königsgrab mit entsprechendem Goldschatz, der Marina unabhängig davon schon im Traum erschienen ist. Also alles recht lebensnah, vor allem, da sie das Grab mit Schatz tatsächlich finden. Bei einem mafiosen Brandanschlag fliegt das ganze Anwesen samt halbem Felsen und Königsgrab in die Luft. Marina hat aber genug von dem Gold gerettet, um es der bulgarischen Regierung zu vermachen, die ihr aus Dankbarkeit ein neues Haus auf dem Felsen baut. And they live happily ever after.