Dibdin Michael
Cosi fan tutti

Michael Dibdin (Jg. 1947) feierte in den 90iger Jahren große Erfolge mit seinem Kommissar Aurelio Zen, den er nach Jahren an der Uni in Perugia erfand und seiner Liebe zu Italien gemäß gestaltete, obwohl Dibdin in Schottland geboren wurde. Seine Spur verliert sich in Seattle, heute ist er fast vergessen, obwohl damals weltberühmt.
Der Leseteufel hat diesen Band in der häuslichen Bibliothek entdeckt und mit mäßigem Vergnügen gelesen. Zitate aus der fast gleichnamigen Oper schmücken alle Kapitel, eingestreut weitere im Original zitierte Äußerungen der diversen handelnden Personen. Also die Liebe zu Land und Leuten ein bisserl dick aufgetragen, dafür ist die Handlung umso verwirrter. Es geht um den Plan einer reichen Mutter, ihre beiden Töchter vor Beziehungen zu zwei jungen Männern aus der italienischen Halbwelt zu bewahren, wozu die Hilfe von Kommissar Zen benötigt wird, der munter mitmischt, die beiden Mädels nach London schickt und den respektiven Partnern zwei junge Prostituierte andient.
Natürlich spielt die Mafia eine herausragende, wenn auch unklare Rolle, am Ende ist alles gut und der Leseteufel verabschiedet sich ohne Wehmut von diesem sehr verstaubten Szenario.