Englischsprachige Literatur

Hodges Charles

Alte Schule

Heyne/Random House, München 2016

Galbraith3

Der gebürtige Südafrikaner Charles Hodges arbeitete in seinem schon längeren Leben als Englischlehrer in Deutschland, für den Film und als Drehbuchautor. Er legt mit diesem Krimi, dessen englischen Originaltitel der Verlag verschweigt, seinen Erstling vor.

Der Leser merkt, dass Hodges das Krimigenre gründlich durchforstet hat und entdeckt hat, dass seit Miss Marple ältere Ermittler in der Krimiszene eher selten geworden sind. Mit seinem Protagonisten Tom Knight (!),einem 73jährigen ehemaligen Offizier in Eastbourne, hat er eine liebenswürdige Figur erfunden, die sicher zum Serienhelden taugt. Tom ist ein Gentleman “alter Schule”,der übers Internet die 53jährige attraktive Altenpflegerin Fran kennen lernt. Als sie herausfindet, dass er nicht 59 Jahre, wie angegeben, sondern schon 73 ist, beschimpft sie ihn als alten geilen Bock und verschwindet.

Der gute Tom ist verzweifelt. Da geschehen in Frans Altenheim 3 Morde an alten Damen und sofort wirft sich Tom in das Ermittlungsgetümmel, unterstützt von seinem Freund Merv und der jungen Polizistin Bev. Er wird mehrfach angegriffen und ziemlich verletzt, außerdem verabschiedet sich gerade sein Kniegelenk, aber nichts kann ihn davon abhalten, seine geliebte Fran aus dem Gefängnis zu befreien, wo sie als Hauptverdächtige gelandet ist. Die Verwicklungen überschlagen sich, sowohl Tom als auch der geduldige Leser verlieren ein wenig den Überblick.

Natürlich stellt sich beim dramatischen showdown heraus, dass es um reiche Erbschaft ging. Tom erwartet sich von seiner geretteten Fran Dankbarkeit und Liebe, bekommt aber nur ersteres, denn ihre Liebe gehört einem inzwischen pensionierten Gefängniswärter.

Und so kann Tom footloose and fancyfree zum nächsten Abenteuer aufbrechen. Der Leseteufel wird ihn dabei gern begleiten, dann aber im Originalton, auch wenn die Übersetzung von Andrea Kunstmann recht ordentlich ist.