Weite_Welt

Helgason Hallgrimur

Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

dtv, München 2009

Ernestam2

 Wieder hat Helgason einen absurd-originellen Einfall und baut darum herum seinen Roman. Der amerikanische Auftragskiller kroatischer Herkunft mit dem Namen Toxic flüchtet vor dem FBI und tötet in der Flughafentoilette den amerikanischen Prediger Father Friendly, um mit dessen Identität und Flugticket in Island unterzutauchen.

Er wird von der religiösen Gemeinde, die den Prediger erwartet, freundlich aufgenommen, spielt zuerst seine Rolle leidlich, bis er vor der Polizei flüchten und untertauchen muss, wobei ihm seine neue Gemeinde hilft. Sie hoffen, er habe seine über 100 Morde (davon die Hälfte im Krieg in Jugoslawien) bereut. Er verliebt sich in die Tochter des religiösen Führers und arbeitet under cover in einem Restaurant. Daher wohl der merkwürdige Titel des Romans. Schließlich stöbern ihn seine amerikanischen Auftraggeber auf und er stellt sie kalt, bringt sie aber nicht um, wie er stolz seiner neuen Familie verkündet.

Die Erzählkonstruktion ermöglicht Helgason, die isländische Gesellschaft mit dem Blick von außen zu sehen, denn Toxic erzählt in Ich-Form. Das ist anfangs recht amüsant und führt zu absurd-komischen Situationen, die Wirkung verpufft allerdings recht bald und es ist zu spüren, dass Helgason nicht mehr recht weiß, auf welches Ziel hin er erzählen soll, ähnlich dem “Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg....”