Leseteufel Deutsch

Bonnot Xavier-Marie

    Im Sumpf der Camargue

Unionsverlag, Zürich 2016

Precht

Nach dem deutschen Autor mit dem Pseudonym Bannalec, der Bretagne-Krimis schreibt, dem Schotten Martin Walker, der seinen Inspektor Bruno in der Provence ermitteln lässt, jetzt endlich ein französischer Lokalkrimi, von einem Franzosen mit Insiderwissen und historischer Vorbildung geschrieben, und einer großen Liebe zur Vogelwelt. Diesmal ist die Camargue Schauplatz höchst mysteriöser Verbrechen. Als erstes wird ein reicher deutscher Industrieller, der in der Camargue lebte, grausam verstümmelt in den Sümpfen aufgefunden. Seine Witwe ruft Inspektor Michel de Palma aus Marseille zu Hilfe, der sich eigentlich von seinem letzten Fall erholen möchte.
Weitere gleicherarts zugerichtete Leichen werden gefunden, die Leute munkeln von der Tarasque, einem krokodilartigen Monster, das seit Urzeiten sein Unwesen in den Sümpfen treiben soll. Natürlich spielen die Nazivergangenheit des Deutschen und Gebietsstreitigkeiten die Hauptrolle, aber in den Sümpfen wuchert die Fantasie.
Vergnüglich zu lesen, wenn auch bar jeder Wahrscheinlichkeit. Loch Ness mit seiner Nessie wäre ein ebenbürtiges Sujet. Die Übersetzung von Tobias Scheffel bemüht sich, dem Original zu entsprechen, manchmal gerät sie jedoch unfreiwillig komisch: „Oberhalb des Mas de la Balme nähten die letzten Strahlen des Abendlichts rote Spitzen an die Kalkgrate der Alpilles.“ (S. 235)