Weite_Welt

Giuttari Michele

Die Signatur

BLT Lübbe, Bergisch-Gladbach 2006

Ernestam2

Michele Giuttari ließ sich, vergnügt grinsend, mit einer Zigarette im Mund für diesen Roman ablichten, wie politisch unkorrekt. Das macht ihn dem nicht rauchenden Leseteufel gleich sympathisch. Außerdem war der Autor jahrzehntelang selbst Ermittler, zuletzt in leitender Funktion bei der “Squadra Mobile” in Florenz, bis er sich ans Schreiben machte.

Und in Florenz spielt auch sein erster Krimi mit dem sympathischen Commissario Ferrara, wohl seinem alter ego. Auch Ferrara war mit dem “Monster von Florenz” befasst wie sein Kollege Guarnaccia in dem gleichnamigen Roman von Magdalen Nabb. Aber dieser Fall spielt nur am Rande eine Rolle in Giuttaris saftig-prallem Drama, in dem ein Täter in Serie mordet und auf jedem Gesicht seiner Opfer einen Buchstaben einritzt, deren Abfolge, das sei verraten, den Namen Ferrara ergeben wird. Und der Kommissar soll das letzte Opfer sein.

Giuttari packt alles in die Handlung, was die Sache aufpeppt, also reichlich nicht nur crime sondern auch sex, und der Leser folgt ihm bereitwillig bis zum bitteren Ende, woraufhin er wieder einmal erkennt, welche Abgründe sich doch hinter der glänzenden Fassade von Florenz verbergen.